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6. Kinder- und jugendanalytisches Symposium
3. – 5. März 2016, Universität Leipzig

Sprache in der psychoanalytischen Arbeit mit Kindern und Adoleszenten

Die Kinderanalyse hatte es lange schwer, von der psychoanalytischen Community als psychoanalytisches Verfahren anerkannt zu werden. Kinder schienen nicht über die für eine »Talking Cure« benötigten Denk- und Sprachfähigkeiten zu verfügen. Es war umstritten, ob beispielsweise das Spielen des Kindes mit dem freien Assoziieren des Erwachsenen vergleichbar sei. Andererseits stellten sich auch Erwachsenenanalytiker die Frage, welche Bedeutung nichtsprachliche Äußerungen Ihrer Patienten haben könnten.

Doch hat die Sprache für das Kind vom Anbeginn seiner Entwicklung eine Bedeutung. Schon der Säugling ist mit der Sprache der Erwachsenen konfrontiert, deren innere Bilder vom Kind sich sprachlich organisieren. Die Sprache wird so auch konstituierend für die Selbstentwicklung des Kindes. Für das Kind bedeutet der Spracherwerb eine sich öffnende Entwicklungsperspektive, aber auch den Verlust der Illusion des »wortlos Verstanden Werdens«. Auch die moderne Anthropologie schreibt der Entstehung und Entwicklung kommunikativer Fähigkeiten eine wichtige evolutionäre Funktion zu. In der psychoanalytischen Arbeit sind wir mit den sich rasch wandelnden sprachlichen Ausdrucksformen der sich entwickelnden Kinder konfrontiert: von den Vokalisationen im Säuglingsalter über die ersten kindlichen Erzählformen hin zur Jugendsprache. Es ist für uns eine Herausforderung, unser Konfliktverständnis in sowohl für das Kind als auch für seine Eltern nachvollziehbarer Weise auszudrücken. In der Arbeit mit kleinen Kindern wird die Nähe der sprachlichen Expression zur Oralität deutlich. Soll man schon zu den Babys sprechen? Sind vorsprachliche Kommunikationsformen kleiner Kinder vergleichbar mit solchen unserer nächsten Verwandten, den »Menschenaffen«? Wirkt unsere Sprachäußerung auf das Kind direkt oder eher vermittelt durch die Eltern? Wie steht ein kleines Kind, welches die Nahrung seiner Eltern ablehnt, zur Mutter- bzw. Vatersprache? Wie gehen wir mit Kindern um, die aus anderen Sprach- und Kulturkreisen kommen? Wie soll man als alternder Psychotherapeut mit der Jugendsprache adoleszenter Patienten umgehen? Wie kommen wir mit Kindern, die nicht sprechen, in einen Dialog? Solchen Fragen begegnen wir in unseren entwicklungspsychologischen Forschungen und psychoanalytischen Behandlungen häufig.

Wir haben uns bemüht, diese und ähnliche Themen in unserem 6. kinder- und jugendanalytischen Symposium aufzugreifen und vor dem Hintergrund evolutionär-anthropologischer, entwicklungspsychologischer, metapsychologischer und klinischer Betrachtungsweisen zu beleuchten. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und die interessanten Diskussionen.

Simone Berrouschot, Axel Holicki, Kai von Klitzing, Franziska Schlensog-Schuster, Kerstin Schwarz, Edelhard Thoms

 

Zeitgleich findet in der Universität Leipzig die 21. Jahrestagung der GAIMH – „Baby werden – Baby sein. Wege ins Leben, Lebenswege“ – statt.

Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit der GAIMH und ermöglichen Ihnen mit ihrem Tagungsticket auch die Veranstaltungen dieser Tagung besuchen zu können.  

  

Tagungsorganisation und wissenschaftliches Programm

Dr. med. Simone Berrouschot
Dipl. Psych. Axel Holicki
Prof. Dr. med. Kai von Klitzing
Dr. med. Franziska Schlensog-Schuster
Dipl. Psych. Kerstin Schwarz
Dr. med. Edelhard Thoms
 
alle Sächsisches Institut für Psychoanalyse und Psychotherapie Therese Benedek e.V., Leipzig
 

Referierende

Björn Salomonsson, Dr. med., Psychoanalytiker IPA, Stockholm

Richard Moore, PhD Philosophy, Humboldt Universität, Berlin School of Mind and Brain & Max Planck Institute for Evolutionary Anthropology, Leipzig 

Raymond Borens, Dr. med., Psychoanalytiker IPA, Basel

Christina von Braun, Prof. emerita, Sigmund Freud Kulturpreisträgerin der DPV und DPG, Berlin

Katharina Seifert, Dr. Psychologie, Mag. Linguistik, Psychoanalytikerin IPA, Wien

Franziska Schlensog-Schuster, Dr. med., Pädiaterin, Psychotherapeutin, Leipzig

Dieter Bürgin, Prof. Dr. med. emeritus, Psychoanalytiker IPA, Basel

Axel Holicki, Dipl. Psych., Psychoanalytiker IPA, München

 

Kooperationspartner der 21. Jahrestagung in Leipzig

Universität Leipzig, Medizinische Fakultät
Kinderanalysetagung
SPP Leipzig
R.A. Spitz Stiftung, Schweiz
Zeitschrift Kinderanalyse

 

Allgemeine Hinweise

Der Begrüssungsapéro am Donnerstagabend 19.30 Uhr und die Mittags- und Kaffeepausen finden im Foyer der Universität Leipzig statt.

Der festliche Abend in der Moritzbastei, Universitätstraße 1 in Leipzig beginnt um 19.00 Uhr.

Die Abendveranstaltung in der Moritzbastei ist nicht Bestandteil der Tagungstickets und muss gesondert gebucht werden. Sie erhalten die Tickets hier im Shop.

Bitte buchen Sie frühzeitig ihr Hotel. Durch eine große Parallelveranstaltung können die Hotelkontingente nur bis 31.12.2015 vorgehalten werden!

 

Tagungsort

Universität Leipzig
Augustusplatz 10
04109 Leipzig

 

Weiterführende Links

 
Kulturelle Highlights für den Tagungszeitraum in Leipzig finden Sie hier.